Sie waren alt und brauchten das Gel (Rad am Ring 2012 – Tag 3)

Ein Gastbeitrag von Ulf Henning

Was bisher geschah: Tag 1
Was bisher geschah: Tag 2

Sonntag, 02. September 2012

[…]

„Krrrpffzzzstpfffffrrrrxzs!

Und hier ist wieder euer Kugelralf, die Nachteule aus dem Muldetal! Viertel Zweie, oder für alle Nichtchecker: Viertel nach Eins ist es schon, also höchste Zeit, zu berichten, was bisher passiert ist:

Eine spannende Runde wartete auf uns. Wie viel Vorsprung würde Rolf herausfahren? Rund 4 min Plus standen am Ende auf seiner Seite. So weit, so gut, aber Matthias, der schnelle Mann der Covadongas würde unseren Vorsprung pulverisieren. Angetreten mit einem echten Vollblutboliden und ebensolchen radsportlichen Fähigkeiten glich er die Zeiten der anderen mehr als aus. Stefan, sein „direkter“ Gegner hatte einen echten Brocken zum Rivalen. Würden die vier Minuten Vorsprung reichen, könnte er sie ins Ziel retten? Das wäre ein Erfolg. Mit neu eingestellter Schaltung prügelte er die Nordschleife platt bis die Schenkel platzten. Und tatsächlich, mit mageren 3 sek. kam er eher in die Wechselzone, also fast Gleichstand. Andy, unser zweiter Mann in der Startreihenfolge hat also seinen Widersacher direkt neben sich. Das Duell ist offen. Der zweite Umlauf beginnt.

18 Uhr: Die Nichtbeteiligten richteten das Abendbrot. Der Grill wurde mit Kohle bestückt…

18.30 Uhr: Marco und Lars machen sich bereit. Wer kommt als erster an? Andy oder Rainer?

18.37 Uhr: Andy erscheint als erster auf der „Zielgeraden“, aber die Freude währte nicht lange, der Rainer hat sich den Schneid nicht abkaufen lassen, mit lediglich 40 sek. Vorsprung geht Marco auf seinen 2. Umlauf, Lars liegt ihm im Nacken. In der Ruhezone glimmte die Grillkohle zur Weißglut, ein eindeutiges Zeichen zum Auflegen des Grillgutes.

19.33 Uhr: Schlag auf Schlag, Marco konnte seinen kleinen Vorsprung nicht ausbauen, fast gleichzeitig kamen Lars und Marco im Ziel an, knapp 10 sec. Rückstand handelte er sich ein. Ein knappes Rennen geht in die Nacht – Rolf und Ulf sind auf der Strecke, hier wird der Unterschied sicher ein wenig klarer ausfallen, aber danach starten Matthias und Stefan in die Dunkelheit.

20.13 Uhr: Der nächste Wechsel steht bevor. Wie viel Zeit wird Rolf dem Ulf abnehmen? Jede Sekunde zählt. Matthias ist ein echter Crack, er wird sich an Stefan ansaugen. Mit Matthias gleichzeitig ins Ziel zu kommen kann er schon als Sieg verbuchen. Im Fahrerlager labt man sich derweil an Aufgusssuppen, Steaks und Würsten. Auch Kaffee macht die Runde. Die warme Nahrung soll die nun von Minute zu Minute kälter werdenden Temperaturen ausgleichen, 13°C fallend. Der Himmel ist wolkenlos und die Dämmerung bricht sich Bahn.

20.28 Uhr: Stefan macht sich auf die Runde, jetzt läuft die Uhr….

20.34 Uhr: Matthias ist unterwegs, 6 min Vorsprung für Stefan

21.23 Uhr: Hammer! Matthias ist im Ziel. Wo ist Stefan?

21.25 Uhr: Stefan kommt rein. Auf der langen Geraden hatte Matthias ihn eingeholt. Stefan hat an der hohen Acht alles in die Waagschale geworfen. 2 min Vorsprung sind nichts in einem 24h-Rennen. Jetzt geht es darum die Kleidung trocken zu kriegen. Im Fahrerlager macht heißer Tee die Runde, die Kälte verschafft sich Raum, dafür ist es ein heißes Rennen. Rainer und Andy sind jetzt auf Strecke. Trotz des kleinen Wettbewerbes, der sich hier entspinnt, wird Sicherheit groß geschrieben. Wichtig ist, dass alle gut durch die Dunkelheit kommen.

22.16 Uhr: Die Temperaturen ziehen an. Die mitgebrachte Winterkleidung leistet gute Dienste. Marco und Lars nehmen Aufstellung.

22.25 Uhr: Andy kommt rein, Marco geht auf Kurs

22.27 Uhr: Rainer kommt rein, Lars ist auf Strecke, Andy´s Fahrt hat uns 4 min gebracht, Hallzig führt

23.29 Uhr: Marco ist wieder drin, in seinem Hinterrad bersten erste Speichen unter seinen Kräften, im Wiegetritt an der hohen Acht hatte sein Hinterrad eine selbige. Nach kurzem Einklemmen der Speiche ging es weiter. Trotzdem rettete er gegenüber Lars einen 2-Minutenvorsprung ins Ziel, Rolf und Ulf verschwinden mit den entsprechenden Abständen in den dunklen Niederungen der grünen Hölle. Kommt gut durch, Jungs!“

00.26 Uhr: Rolf ist drin, Stefan geht auf seine erste Doppelrunde, Ulf ist noch nicht drin, die anderen Münsteraner sind schlafen gegangen, warten auf Ulf,

00.49 Uhr: Ulf hat sich rein gekämpft, Schaltprobleme, Kette rutschte 5 x vom Blatt, kann Matthias das wieder aufholen? Wichtiger ist, dass er heile durchkommt.

01.29 Uhr: Stefan hat seine erste von zwei Nachtrunden weg und geht auf die zweite, die Münsteraner wechseln anders: Matthias und Rainer wechseln zweimal und danach Lars und Ulf jeweils zweimal und jeder denkt er macht es richtig.

01.41 Uhr: Rainer ist auf Strecke, Rolf und Marco schlafen, Andy rechnet gegen 2.30 Uhr mit der  Ankunft von Stefan und dann beginnen seine 2 Runden. Matthias hat mit dem Einsatz all seiner Kräfte den Rückstand auf nur 14 min verringert, er hat 11 min auf Stefan gut gemacht.

2.27 Uhr: Warten auf Stefan – wird er im Stundenrhythmus bleiben? Im Pavillon kämpfen unsere beiden Heizstrahler gegen die Kälkrrrchhxspfffzz!“

„Liebe Radsportfans, Ihnen wird aufgefallen sein, dass ich nur eines meiner Versprechen halten konnte, nämlich mich um halb drei wieder zu melden. Was den Störfunk betrifft, ist es uns noch nicht gelungen, die Urheber dieses groben Unfugs ausfindig und unschädlich zu machen. Also machen wir das Beste draus, und fassen nach der nächsten Musik noch einmal zusammen, was in den letzten Stunden geschehen ist.

[http://www.youtube.com/watch?v=cTsw4g-cxgQ]

Es hat bisher gottlob offenbar keine Ausfälle gegeben, und lassen Sie uns die Daumen drücken, dass es so bleibt! Denn auch wenn hier jeder Fahrer einen oder mehrere Scheinwerfer am Lenker montiert hat, die teilweise so hell sind, dass sie im regulären Straßenverkehr nicht verwendet werden dürfen, ist es doch eine kleine Mutprobe, bei Nacht die Nordschleife zu befahren. Insbesondere die rasende Abfahrt in der Fuchsröhre wird bei Dunkelheit noch einmal ein gutes Stück beängstigender, als sie ohnehin schon ist. Auf der anderen Seite warten einige spektakuläre Streckenteile auf die Fahrer, die in gleißende Helligkeit getaucht sind – das Technische Hilfswerk hat gewaltige Strahlerbatterien aufgebaut, die eigentlich dazu gedacht sind, die Schauplätze von Unfällen oder Naturkatastrophen taghell auszuleuchten.

Was Unfällen bisher am nächsten kam, waren nur die Defekte, mit denen Richter und Henning zu kämpfen hatten. Beim Hallziger sorgte wie gehört ein Speichenbruch für eine Verzögerung, während am Rad des Covadonga-Fahrers dem Vernehmen nach ein defekter Umwerfer die Kette beim Schalten auf das große Kettenblatt nicht weniger als fünf Mal abspringen ließ, weswegen die großen Gänge schließlich nicht mehr zur Verfügung standen. Ein Streckenposten berichtete, dass Henning in dieser, seiner dritten Runde außerdem – vielleicht auch wegen des Defekts – erstmals an der Hohen Acht absteigen und schieben musste, dabei ununterbrochen vor sich hin fluchte und sich selbst die Frage nach dem Sinn dieses Unternehmens stellte, ja sogar laut über eine Aufgabe nachdachte.

Er hat sich wohl angesichts der Tatsache, dass er die Hälfte seiner sechs Runden hinter sich hat, entschieden weiterzumachen, aber sein Fahrrad erst am Ende seiner Ruhepause von knapp fünf Stunden, also kurz vor dem Start seiner nächsten Runde zu reparieren. Und das ist ihm nicht zu verdenken, denn es ist kalt geworden, bitter kalt. So ist er direkt nach der Transponderübergabe schnurstracks in Richtung der Duschen geeilt, nicht zuletzt um sich aufzuwärmen. Man hat mir allerdings berichtet, dass zur fraglichen Zeit kein warmes Wasser verfügbar war, also fiel das Duschbad vermutlich eher erfrischend aus, und das Aufwärmen konnte frühestens im Zelt beginnen. Dass das gelungen ist, möchte ich allerdings bezweifeln. Hennings Gemütslage dürfte sich jedenfalls nicht wesentlich gebessert haben. Mal sehen, ob ihm das folgende Schlaflied hilft.

[http://www.youtube.com/watch?v=_UdXbMyo1rU]

Im Wettstreit der beiden Teams, die sich die Parzelle J019 teilen, scheint sich die Taktik der Hallziger, nachts Doppelrunden zu fahren, jetzt als die schlechtere zu erweisen. Denn nach der Hälfte der voraussichtlich zu absolvierenden 24 Runden hatten sie einen Vorsprung von mehr als 20 Minuten herausgefahren, aber der ist jetzt schon auf sieben Minuten geschrumpft. Es zeigt sich, dass die jeweils zweite Runde am Stück bei beiden Hallzigern ungefähr fünf Minuten langsamer ist als die erste, während Gelpe und Sprehe, die abwechselnd auf die Strecke gehen, relativ konstante Zeiten fahren. Wenn sich das bei Terörde und Henning so fortsetzt, könnte es um 9 Uhr früh, wenn die ersten Fahrer – dann wieder in der Reihenfolge wie vor Beginn der Nachtschicht – auf ihre letzte Runde gehen, noch einmal richtig spannend werden. Bis dahin wünsche ich Ihnen eine angenehme Nachtruhe. Schlafen Sie gut, oder, falls Sie irgendwo da unten im Fahrerlager auf Ihren nächsten Einsatz warten, genießen Sie die unvergleichliche Atmosphäre hier am Rande der Strecke und da draußen auf der weiten, wilden Runde!“

[…]

„Guten Morgen vom Nürburgring! Es ist halb zehn Uhr morgens und ich habe aus meiner Sprecherkabine einen fantastischen Blick auf die Nürburg und das Fahrerlager, in dem schon wieder reges Treiben herrscht. Ich hatte mich ja mit der Ankündigung von Ihnen verabschiedet, dass es noch einmal spannend werden würde zwischen den beiden Teams aus Sachsen und Nordrhein-Westfalen, und ich habe nicht zuviel versprochen. Am Ende von Runde 16, als Matt Gelpe und Rainer Sprehe an Lars Terörde und Ulf Henning übergaben, waren vom komfortablen 20-Minuten-Vorsprung der Hallziger gerade noch 74 Sekündchen übrig.

Während Terörde sich auf seiner ersten Runde nach der allzu kurzen Regenerationsphase noch achtbar schlug und den – aufgrund des starken Hallzig-Duos Richter/Weißelberg erwartungsgemäß wieder wachsenden – Rückstand mit nur gut vier Minuten in Grenzen hielt, waren es nach Hennings erstem Umlauf bereits sieben, und in diesem Moment sind es schon wieder ganze 16 Minuten. Denn gerade eben ist Ulf Henning von seiner vorletzten Runde, insgesamt der zwanzigsten, nach einer Stunde und achteinhalb Minuten Fahrtzeit zurückgekehrt und hat zum letzten Mal an Gelpe übergeben. Der ist zwar der mit Abstand stärkste Fahrer beider Teams, aber auch ihm wird es nicht gelingen, hier noch einmal die Wende herbeizufahren. Wutschnaubend hat er sich gerade auf den Weg gemacht, nachdem er wieder einmal den Transponder von seinem milde lächelnd heranbummelnden Teamkollegen übergeben bekam. Das Rennfieber hat hier inzwischen alle gepackt; außer einem, der augenscheinlich nicht viel um sich herum mitbekommt, aber immerhin glücklich zu sein scheint.

Das deutete sich schon vor knapp eineinviertel Stunden an, als Terörde abgekämpft eintraf und erkennen musste, dass Henning nicht im entferntesten fahrbereit war, sondern erst in aller Ruhe seine Handschuhe suchte und anzog, den Tacho wieder am Rad montierte, den Helm aufsetzte und dann schließlich aufzubrechen geruhte. Er scheint sich mittlerweile in einer Art Trancezustand zu befinden, und uns wurde berichtet, sein Fahrrad mache auch schon sehr besorgniserregende Geräusche, indem das Hinterrad ein fortwährendes Klimpern absondere.

Daher ist es wohl wirklich besser, wenn er die letzten Runden auf Ankommen fährt. Trotzdem könnte er sich wenigstens bei den Wechseln beeilen, aber dazu ist er entweder nicht willens oder nicht in der Lage. Und folgende Nachricht, die ich gerade hereingereicht bekomme, passt da ins Bild, liebe Radsportfreunde: Henning hat wohl die letzten beiden Überquerungen der Hohen Acht zwar wieder im Sattel bewältigt, aber im Anstieg sei er nie mehr als zehn Stundenkilometer schnell gefahren und habe bei jeder Kurbelumdrehung ‚Scheißberg! Scheißberg!‘ vor sich hin gemurmelt oder aber irre gekichert. Oben angekommen soll er dann in lautes Triumphgeheul ausgebrochen sein und sich anschließend, laut ‚Geronimo!‘ rufend, unter den besorgten Blicken pausierender Konkurrenten in die Abfahrt gestürzt haben. Seien wir also froh, dass er überhaupt noch im Rennen ist! Und drücken wir die Daumen, dass sein geistiger Schwebezustand nicht wieder für einen Aussetzer sorgt wie bei der letztjährigen Transpondermitnahme; oder besser gesagt: Nicht-Mitnahme. Eine, die verflixte vierundzwanzigste Runde muss er noch überstehen! Ob ihm das gelingt, erfahren Sie, wenn wir uns pünktlich zur Zielankunft gegen 13 Uhr zurückmelden.“

[http://video.google.com/videoplay?docid=4229447790062698043]

[…]

„Herzlich willkommen zum großen Finale von Rad am Ring 2012, verehrte Radsportfans! Vom wolkenlosen Himmel über der schönen Eifel strahlt die Sonne auf den Zielbereich der legendären Rennstrecke, wo in diesen Minuten ein beeindruckendes Schauspiel stattfindet: Auf der langen Geraden vor dem Zielbogen stehen nahezu alle 24-Stunden-Teams zu beiden Seiten der Strecke aufgereiht. Und jedes Mal, wenn einer von seiner letzten Runde zurückkehrt, lösen sich dessen Kollegen aus diesem riesigen, bunten Spalier und nehmen ihn in Empfang, um dann gemeinsam über die Ziellinie zu rollen.

Um die 100 von 1100 Rennrad- und Mountainbike-Mannschaften – dazu kommen noch mehr als 500 Starter, die unfassbarerweise die 24 Stunden alleine bewältigt haben – mögen jetzt schon hier unterhalb meines Aussichtsfensters vorbeigefahren sein, und in diesem Moment scheren auch die Hallziger aus der Phalanx der Wartenden aus, da ihr Mannschaftskapitän Rolf Weißelberg zum letzten Mal aus dem Schlund der Grünen Hölle auf die lange Gerade einbiegt. Gemeinsam überqueren sie die Ziellinie nach insgesamt 23 Stunden und 35 Minuten Fahrtzeit, was für Platz 168 unter 712 gestarteten Teams und in ihrer Alterklasse dem zweiundsiebzigsten Rang genügt – ein mehr als respektables Ergebnis, und die Medaillen, die sich jetzt in der Boxengasse überreicht bekommen, haben sie sich redlich verdient.

Wir warten jetzt auf das Covadonga Racing Team, und ich will die Gelegenheit nutzen, die letzten Stunden zusammenfassen. Weil alle Hallziger und drei Viertel der Covadonga-Racer ihre letzte Aufgabe mit Bravour und ohne besondere Vorkommnisse erledigt hatten, wäre das eigentlich schnell erledigt, aber – Wie und wer anders sollte es sein? – beim allerletzten Wechsel auf Ulf Henning gab es natürlich doch wieder ein Problem: Henning war der Ernst der Lage mal wieder nicht bewusst oder schlicht egal, jedenfalls war er wieder nicht startklar, als Lars Terörde von seiner letzten Runde zurückkam. Der hatte sich offenbar wiederum von der Verwirrtheit seines Mannschaftskameraden anstecken lassen und aus irgendwelchen Gründen geglaubt, es seien nur noch eine oder zwei Minuten aufzuholen, und deswegen auf seiner finalen Runde alles aus sich herausgeholt, um der strapaziösen Berg- und Talbahn jede Sekunde abzuringen. Und es war ihm tatsächlich gelungen, nach weniger als einer Stunde in die Wechselzone einzufahren. Dort wartete allerdings niemand auf ihn, weil Henning noch plaudernd im Schatten des Pavillons saß und sich erst wieder umständlich fahrbereit machen musste. Verständlich, dass der Düsseldorfer ungehalten reagierte, zumal er ja nichts vom zehnminütigen Rückstand auf die Hallziger wusste, und deswegen den Münsterländer streng zurechtwies, als der sich endlich auf den Weg machte. Wie wir erfahren haben, sah Ulf Henning trotzdem keinen Anlass zu unchristlicher Eile, ist an der Hohen Acht vom Rad gestiegen und hat diese mangels Kraft oder Motivation ein weiteres Mal schiebend überwunden. Bis er ankommt, bleibt uns also noch Zeit für ein Lied. Bis gleich!

[ http://www.youtube.com/watch?v=Ml5xb4DrhZo]

Und jetzt sind alle Strapazen, jede Sinnfrage und aller Ärger egal und vergessen! Denn nun erscheint auch Ulf Henning. Poser der er ist, tut er noch ein, zwei Wiegetritte für die Galerie, ist offenbar erschöpft, aber glücklich zu sehen, dass seine Teamkollegen ihn für die letzten Meter in ihre Mitte nehmen, und dann ist es geschafft! Nach 23 Stunden und 58 Minuten ist der letzte Riegel gegessen, das letzte Gel gelutscht, der letzte Bidon geleert, die letzte Kurbelumdrehung getan! Ein paar Minuten bleiben die Sportler noch in der Boxengasse stehen, bekommen ihre Medaillen umgehängt, nehmen die Atmosphäre in sich auf und sehen sich zufrieden in die Augen. Platz 190, in der Altersklasse Rang 61, unverletzt durchgekommen, Mission erfüllt.

Verehrte Radsportgemeinde, damit neigt sich unsere Berichterstattung für dieses Jahr dem Ende entgegen. Auf die Fahrer warten jetzt noch einige Stunden Arbeit, denn das Camp will abgebaut und alles in den Autos verstaut werden, und dann ist da ja noch die Fahrt nach Hause. Zum Glück melden die Kollegen aus der Verkehrsredaktion freie Autobahnen, und so ist zu hoffen, dass alle in absehbarer Zeit heile nach Hause kommen.

Ob es ein Rad am Ring 2013 geben wird, steht wegen der Insolvenz der Betreibergesellschaft leider in den Sternen, aber drücken wir die Daumen, liebe Fans, denn das war auch in diesem Jahr wieder ein für alle Beteiligten unvergessliches Wochenende mit perfekter Organisation, einer absolut einzigartigen Atmosphäre und großem Jedermannsport. Und es wäre ein Jammer, wenn es dieses ‚Woodstock der Laktatjunkies‘, wie der in jeder Hinsicht große Düsseldorfer Poet Lars Terörde diese Veranstaltung einst nannte, im nächsten Jahr nicht mehr gäbe. Aber seien wir optimistisch! Deshalb: Auf Wiedersehen im Jahr 2013! Sagt Ihr Fritz von Tut und Kannix.

So Leute, Schicht im Schacht! Ich geh jetzt mit der Blonden von der Startnummernausgabe einen trinken, vielleicht kriege ich ja auch noch ’ne Startnummer, harrharrharr! Und ihr packt hier alles ein! Abfahrt um 16 hundert, klaro? Und ruft diesen Deppen Sergeij an, er soll aus dem Muldetal zurückkommen, die Sache hat sich erledigt! Wo isn das überhaupt? Oh verdammt, irgendein Trottel hat das Mikro nicht abgeschalkrrrchhxspfffzz!“

Danke an das Covadonga Racing Team Lars, Matthias und Rainer, unseren ehrenwerten Kapitän und Verleger, sowie an die Mannschaft des Hallzig Express André, Andy, Marco, Ralf, Rolf und Stefan für ein unglaubliches, fantastisches, harmonisches, sportliches und wasweißichnichtnochalles Wochenende!

Vielen Dank auch an die Hallziger André Hartig, Andreas Kneisel, Ralf Kügler, Marco Richter, Stefan Schütze und Rolf Weißelberg dafür, dass ich Eure Fotos verwenden durfte! Letzteres gilt natürlich auch für Anne Wandlang.

Ein ganz besonders herzliches Dankeschön geht an Ralf Kügler alias Kugelralf alias izoard für die Erlaubnis, seine Liveberichte aus dem Hallzig-Forum zu zitieren.

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4 Gedanken zu „Sie waren alt und brauchten das Gel (Rad am Ring 2012 – Tag 3)

  1. Besten Dank an den Kommentator. Ich habe mich gefühlt, als wenn ich dabeigewesen wäre.
    Ein absolut unvergleichbares Abenteuer für Hobbysportler, diese 24h am Nürburgring. Ich möchte sie immer wieder haben. Auch wenn ich am Ende der zweiten und dritten Runde an mir zweifle und kaum in den leichten Schlaf finde.
    Am Ende der Tage ist man übervoll mit Eindrücken.
    Glücklich, diese immer wieder hier nachlesen zu können,
    grüßt der Rheinische Raumteiler.

  2. Als begeisterter Rennradfahrer habe ich das halbe Bücherregal voll mit Covadonga Radsport Literatur.
    Nachdem ich über Radsport-Aktiv.de auf diese Seite und den tollen Bericht von Ulf Henning gestoßen bin werde ich für den in Kürze bevorstehenden RR Urlaub auf Malle auf jeden Fall noch „Dicker Mann auf dünnen Reifen“ als Strandlektüre für den Ruhetag besorgen.
    Gruß Volker

  3. http://www.subito.it/ville-singole-e-a-schiera/stupenda-villa-singola-con-2-bilocali-verona-168194172.htm?last=1&spoint=ar
    A Villafranca di Verona e in vendita una stupenda villa singola con mq 3000 di terreno, mq della villetta 320 e finiture di alto pregio tra cui: riscaldamento a pavimento, impianto fotovoltaico ad alta efficienza, impianto climatizzazione, impianto allarme e videosorveglianza, serramenti di altissima qualita‘ con tende veneziane incassate nel vetro, idromassaggio, due caminetti, pompa di calore.
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    P.Interrato: in ampia e curata taverna, un locale studio, ripostiglio, cantina, sala bigliardo, bagno, lavanderia.
    P.Primo: due (bi locali) appartamenti con entrate indipendenti. Cosi composti: salotto con cucina, camera matrimoniale, bagno e balcone.
    La villetta, inoltre, comprende: un terrazzo coperto con riscaldamento a pavimento con un eventuale chiusura con vetrata ed ampliamento metratura casa.
    Completano la proprieta: posti auto coperti e scoperti. La villa e completamente recintata.
    Acquistando la villetta avete la possibilita di coprire completamente, se fosse necessario, il mutuo( che eventualmente stipulerete) del intera villa affittando i due bi locali situati al primo piano.

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