Quer durch Berlin

Etappe 8 meiner privaten Friedensfahrt-Wiederbelebungsversuche führten mich auf nicht sonderlich direktem Wege vom Rande des Unterspreewaldes nach Lutherstadt Wittenberg – mit einer Hauptstadtdurchquerung als Höhepunkt des Tages. Dabei erwies sich Berlin für Radfahrer als gar nicht so leicht zu knacken, aber dann überraschend leicht zu durchqueren. Zumindest im Vergleich zu systematisch angelegten Radfahrer-Schikanen wie Lodz oder Breslau. 21 Gründe, warum ein Radfahrer in Berlin schneller vorankommt als in die Stadt hinein:

Erstens. Wer den ganzen Tag Rad fahren will, muss frühstücken. Und wer einmal quer durch Berlin Rad fahren will, sollte dies nach Möglichkeit in einer der Herbergen im Speckgürtel des kapitalen Gekröses tun. In denen wiederum trifft sich alles: die kurzentschlossen erholungswilligen Städter mit den vielen Schulklassen und Monteuren, die sich Stadthotels nicht leisten wollen. Im Resultat wetteifere ich an diesem Morgen also mit fünf Mal so viel Menschen um die Gaben des Frühstücksbüfetts wie bisher auf der gesamten Fahrt zusammen. Statt freier Auswahl nun also Schlangestehen vor dem Graubrot. Das kann dauern, bis die Bauchspeicheldrüse den Blutzuckerspiegel für gesättigt erklärt.

Die Jugendherberge am See bietet alternative Tretmühlen. Ich maltratiere lieber weiter die gewohnten Pedale.

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