Über dieses Blog

Alles Rower – Ein Blog für die Liga der ehrenwerten Quark- und Eisenwaden.

Es war gerade tiefster Winter, als ich aus einer ziemlich spontanen Laune heraus beschloss, die Internationale Friedensfahrt [1948-2006] auf meine Weise wiederzubeleben – als Solo-Abenteuer im Sattel einer schwer beladenen Cyclocross-Maschine.

Für viele Menschen in der DDR und in benachbarter Volksrepublik war dieses Rennen ja so etwas wie ein alljährliches Frühjahrsmärchen. Für mich, Jahrgang `71 und im Westen aufgewachsen, hingegen doch eher ein Mysterium: ein seltsam faszinierender Grenzgang zwischen generalstabsmäßig durchexerzierter Maiparade mit dröhnender Propaganda und einem fast anarchisch anmutenden Menschenauflauf und Freiluftsport-Ereignis, das den Rahmen und Anlass bot für ganz praktische Akte der Völkerverständigung.

Ende April 2011 war es so weit: Mit dem zum Packesel mutierten Rower, wie das Fahrrad in Polen heißt, begab ich mich auf die originale Friedensfahrt-Route, mit der die „Tour de France des Ostens“ einst – im Mai 1952 – erstmals nach Deutschland kam. Mal schauen, was geworden ist aus den Originalschauplätzen, an denen sich die Schurs und Veselys damals um Etappensiege balgten und um Butterbemmen an der Verpflegungskontrolle. Mal schauen, was heute, in Zeiten offener Grenzen, noch zu spüren ist vom Geist der großen Friedensfahrt …

Das Ergebnis war neben – viel Schweißvergießen, manch Unterzuckerung und auch einer handfesten Unterkühlung unter dem Diktat niederschlesischer Eisheiliger – eine Reiseerzählung von einer Polka der Pedale, von Carboloading mit Pilsener und Piroggen, von viel Fahrt und ein bisschen Frieden. Im April 2012 ist sie als Buch erschienen: „Alles Rower? Ein Wessi auf Friedensfahrt“.

Ein Wessi auf Friedensfahrt? Wie es dazu kam …

Rower? Rowie? Rowas? Der Buchtitel

Während der Etappe Opole-Breslau-Legnica.

Dieses Blog präsentiert ausgewählte Episoden aus dem Buch – und ebenso den einen oder anderen „Bonus-Track“, sprich: Passagen und Skizzen, die es letztlich nicht auf die gedruckten Seiten geschafft haben. Hier soll aber auch Raum sein für alle möglichen anderen Geschichten aus dem Velo Wonderland. Für kleine Erzählungen von RTFs und Radmarathons … von Feierabend-Runden auf bekannten und Radreisen auf unbekannten Straßen … von gnadenlos versemmelten Ortsschildsprints und ausgiebigen Regenrations-Einheiten auf dem Sofa, die Eurosport-Übertragung von der Tour de France fest im Blick … von der Passion für die Radsport-Literatur.

Und, weil nun mal seit Ende 2002 ein Radsport-Verlag mein „Baby“ ist, könnt ihr hier gelegentlich auch „Single-Auskopplungen“ aus anderen Büchern lesen, die bei Covadonga erschienen sind.

Ich freue mich über Klicks auf die Kommentar-Funktion. Und natürlich ebenso über Gast-Beiträge.

 

Ein Gedanke zu „Über dieses Blog

  1. Ein Blog, wie schön! Und wie fleißig Du am 05. Juni geschrieben hast! So viel Text – und dann noch lesenswerten! – bekommen andere ja in Monaten nicht zustande. Dabei war das Wetter doch gar nicht so schlecht.
    Jedenfalls: Gratulation dazu und alles Gute zur Eröffnung. Schätze, ich werde hier künftig öfter mal unangenehm auffallen.

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