Pollenflug war gestern

Runde des Tages: Bielefeld – Wewelsburg und retour

Erkenntnis des Tages: Es gibt ihn tatsächlich. Den Tag des Insekts. Den einen Tag im Jahr, an dem sich wirklich alles, was sechs Beine hat und fliegen kann, in Stockmaßhöhe ausgewachsener Rennradfahrer über Straßen und Wegen tummelt. Dieser Tag war heute.
Das hat zumindest auch einen Vorteil. Trotz versehentlich komplett zuckerfreier und bargeldloser Trikottaschen war ein Hungerast schlichtweg unmöglich. Schließlich ernährt man sich als übermotivierter Radfahrer bei solchen Bedingungen bald zwangsläufig wie Moby Dicks friedlichere Verwandte. Nach jedem Anstieg darf man sich eine neue Portion KrillGewittertierchen aus den BartenZähnen kratzen. Yummy!
Das Zeug dürfte übrigens exakt den Nährwert von diesen Carbo-Riegeln mit BCAA-Zusatz haben. Zumindest schmeckt’s haargenau so.

Wer die StVO liebt, der schiebt

Die Runde des Tages: Mit Stollenreifen unterwegs auf dem Wappenweg – vom Rollkrug bis Peter auf’m Berge.

Erkenntnis des Tages: Wer auf dem Rundwanderweg um Bielefeld noch Rad fahren will, muss die Straßenverkehrsordnung inzwischen wohl eher als lose Empfehlung interpretieren – zumindest wenn er nicht alle fünf Minuten sein Rad schultern möchte wie weiland Claus-Peter Thaler in der Treibsandkuhle.

Fast scheint es, als hätte es eine konzertierte der diversen Wappenweg-Grundbesitzer und -Anwohner gegeben: Reihenweise wurde in den letzten Monaten das Verbotszeichen 250 an den Wappenwegrand in den Boden gepflockt: Verbot für Fahrzeuge aller Art. (Gilt nicht für Handfahrzeuge. Kraft- und Fahrräder dürfen geschoben werden).

Okay, mag ja sein, dass der Wappenweg offiziell als Wanderweg ausgewiesen ist, aber von seiner Beschaffenheit lässt er sich auch trefflich als Radwanderweg nutzen.  Geht selbst mit starrer Gabel und Hardtail eigentlich ohne Absteigen.

Und so wäre es natürlich wünschenswert, dass man sich auch zu Rad der „Vielfalt und Abwechslung des Bielefelder Raumes“ erfreuen dürfte (wie es in der Broschüre des TWV heißt), ohne sich gleich irgendwelcher Ordnungswidrigkeiten schuldig machen zu müssen. Ein sonderlich glorreiches Aushängeschild für angeblich fahrradfreundliche Stadt am Teutoburger Wald ist es jedenfalls nicht, dass sie nicht mal die klassische „Rund um Bielefeld“-Strecke halbwegs frei von Radfahrverboten und -schikanen halten kann …

Muddy Saturday

Rätselfrage des Tages: Bis wohin reichten die Socken?

Runde des Tages: Kleine Querfeldein-Eskapade (rund die Herforder Sylvestercross-Strecke und den A3-Rundwanderweg) durch Schmodder und turnierbedingte Pferdeäpfel.

Bestätigte Radsport-Weisheit des Tages: Der Wind kommt immer von schräg vorne. Außer im Wald.

Erkenntnis des Tages: Nach dem Jogger-Nachwuchs haben jetzt auch die nordischen Wanderinnen die MP3-bespieltten Ohrstöpsel entdeckt, um Wegblockaden ganz professionell mit absoluter Taubheit abzurunden.
Als Nächstes sind dann bestimmt die Hunde dran …

Ein Wessi auf Friedensfahrt? Wieso, weshalb, warum …

Dezember 2010. Vielleicht erinnert sich noch jemand? Schon seit Wochen Dauernachschub an unsäglichen Schneemengen, Glatteis allerorten, galoppierender kommunaler Streusalzmangel. Doch dann, endlich: ein Tag Tauwetter. Also wurde gleich die Thermo-Montur übergestreift und das Rennrad aus dem Keller geholt … Nur, um dann ein handfestes Debakel zu erleben. Die „Form“ ist völlig im Eimer, die Laune spätestens nach einem Sturz in einem See aus Eiswasser ebenfalls. Aber dann kommt es zu einer folgenschweren Begegnung:

[…] Um warm zu werden, gebe ich meinen Beinen richtig Auslauf und die Sporen, sobald ich wieder eine breite Chaussee unter den Reifen habe. Und auch weil vom Horizont ein anderer, tief über seinen Boliden gebeugter Velofahrer herannaht. Alte Rennfahrerregel: Im Windschatten sparst du bis zu dreißig Prozent an Energie, aber im Angesicht von Konkurrenz bist du bereit, bis zu dreißig Prozent mehr zu verpulvern. Weiterlesen