Der Zug ist abgefahren

Natürlich ist es immer schön, auch die Anreise gleich mit dem Rad zu absolvieren. Geht aber nicht immer. Gerade wenn Start- und Zielort nicht identisch sind (wie etwa bei einer Transalp oder auch bei einer Privat-Friedensfahrt auf der Route Warschau-Berlin-Prag) führt kaum ein Weg daran vorbei, sich in die Obhut der Deutschen Bahn und ihrer internationalen Mitstreiter zu begeben. Das hat erfahrungsgemäß seine Tücken …

Es mulmt mächtig im Magen, als die Haustür ins Schloss fällt. Die Vorzeichen sind keine guten. Düster der Himmel, noch finsterer das Gewölk, das die Sternlein erfolgreich verhängt. Bedrohlich knirscht es unter den Reifen. Während ich mich vorsichtig über die splittübersäten Radwege der schlafenden Stadt zum Bahnhof vortaste, habe ich das Gefühl, dem Wind bei der gemeinhin eher abstrakten Tätigkeit des Auffrischens zusehen zu können. Auf den letzten Metern hinauf zur Zentralstation, vorbei an Asia-Basaren und Import-Export-Kabuffs, prasseln dicke Tropfen auf den angehenden Friedensfahrer herab. Die ersten seit Wochen. Die Tinktur, aus der Schmierseife ist. Und am Himmel zucken schon die Blitze. Weiterlesen

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