Trainspotting in Skierniewice

Impressionen von der zweiten Etappe Warschau-Lodz.

Bei Familie Chopin auf dem Gästeparkplatz: Einer nicht repräsentativen Stegreifstudie zufolge tragen 45 Prozent der in Żelazowa Wola verhökerten Andenkenfiguren das Konterfei von Johannes Paul II., derweil die restlichen 55 Prozent des hiesigen Souvenirmarktes naheliegenderweise auf den Komponisten entfallen, um dessen moralischen Besitzanspruch sich Polen und Franzosen mit einiger Verve balgen.

Endlich – endlich! – ein paar Höhenmeter. Nein, es sind noch keine Hügel, höchstens Dellen. Cellulite der Erdkruste. In sanften S-Linien geht es durch Wiesen, Wälder, Weiler. Und dabei immer mal ein paar Meter hinauf und auch wieder hinunter.

Welch eine Wohltat das doch ist, welch eine Erlösung. Für die Beine, die bis dato mit stetig gleichem Widerstand ihren Trott runterkurbeln mussten und nun ein paar ersehnte Rhythmuswechsel aufgezwungen bekommen. Vor allem aber für den Geist, der ein wenig müde geworden war. In Trance geschaukelt nach etlichen Kilometern schnurgerader, brettebener Allee, die am Horizont flirrte, als spiegele sich dort der wieder hyperaktiv lodernde Lorenz in einem Teich. Weiterlesen

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